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Struve, Maren: - Details

Home Fachgebiet Medizin, Tiermedizin, Biologie, Pharmazie, Psychologie

Struve, Maren:
ISBN 389959424X

Emotionale Verarbeitung bei Tinnitus # Pb., 224 S., 15 Abb., davon 7 in Farbe, 37 Tab.

SCHLAGWORTE:
Tinnitus
Potenziale, Ereigniskorrelierte
Magnetresonanztomographie, funktionelle
Peripher-Physiologie
Verarbeitung, emotionale




Tinnitus bezeichnet die subjektive Wahrnehmung von Tönen oder Geräuschen ohne äußere Schallquelle. Er stellt demographisch ein verbreitetes Phänomen dar, da etwa ein Viertel der Bevölkerung im Laufe des Lebens zumindest kurzzeitig davon betroffen. Bedenklich ist, dass sich von den Tinnitusbetroffenen etwa 15 % aufgrund des Ohrgeräusches und seiner Begleiterscheinungen in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt fühlen. Tinnitus kann nicht nur mit körperlichen, sondern oftmals auch mit deutlichen psychischen Beschwerden einhergehen, die sich in entsprechenden Emotionen wie Hilflosigkeit oder Angst widerspiegeln. Diese Emotionen können sich im Laufe der Chronifizierung massiv auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit der Betroffenen auswirken, was schließlich sogar in Selbstmordversuchen gipfeln kann.

Bisherige diagnostische und therapeutische Ansätze gründen auf komplexen Ätiologiemodellen, die sowohl Organschädigungen im Innenohr als auch neuroplastische Veränderungen auf verschiedenen Stufen der Hörbahn annehmen. Insbesondere das Modell von Jastreboff bietet interessante Erklärungsansätze zur Entstehung und Chronifizierung des Tinnitus. Das Modell lässt erwarten, dass auditorische und limbische Hirnareale durch wiederholte parallele Aktivierung über neuroplastische Prozesse stärker miteinander assoziiert werden und sich schließlich neuronale Rückkopplungsschleifen bilden. Damit könnte nicht nur die Wahrnehmung des Ohrgeräusches Emotionen wie Angst und Hilflosigkeit auslösen oder verstärken. Es könnten auch umgekehrt assoziierte Emotionen die Wahrnehmung des Ohrgeräusches auslösen oder verstärken und so zu einer Chronifizierung beitragen.

Bisher wurden verschiedene Teilaspekte dieser Modellannahmen - zumal am Menschen - nur unzulänglich überprüft, obwohl populäre Behandlungsansätze wie die Tinnitus Retraining Therapie auf den Annahmen des Jastreboffschen Modells gründen. Aus dem Modell können dabei Annahmen über peripher-physiologische sowie zentralnervöse Indikatoren emotionaler Verarbeitung in verschiedenen Stadien des Tinnitus abgeleitet werden. Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, den Zusammenhang der Ausprägung solcher Indikatoren mit der Tinnitusdauer zu überprüfen. Damit ist letztendlich das Ziel verbunden, so den Beitrag der emotionalen Verarbeitung am Tinnitusleiden weiter zu klären und damit die Entwicklung wirksamer therapeutischer Ansätze voranzubringen.





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