Beatrix Wohlfahrt

Gründe und beeinflussende Faktoren für
die Fortsetzung der Schwangerschaft
nach der Diagnose eines
Down-Syndroms

Osnabrück: Der Andere Verlag, 2002

ISBN 3-936231-50-

Pb, 119 S., 1 Tab., EUR  19,90

Seit die Möglichkeiten und Kapazitäten der Pränataldiagnostik enorm ausgeweitet wurden, sehen sich immer mehr schwangere Frauen emotional belastenden normativen Entscheidungsdilemmata gegenüber. Der Hauptgrund für die Durchführung einer Amniozentese ist jedoch die Suche nach einem Down-Syndrom. Statistisch gesehen treiben über 90 % der Frauen nach dieser Diagnose ab. Damit scheint der Schwangerschaftsabbruch beim Vorliegen eines Down-Syndroms mittlerweile zum paradigmatischen Normalfall geworden zu sein.

Anhand von Interviews mit fünf Frauen, die sich entschieden haben, die Schwangerschaft trotz der Diagnose "Down-Syndrom" fortzusetzen, versucht die vorliegende Studie sowohl die persönlich-normativen Gründe und beeinflussende Faktoren als auch die gesellschaftlich-sozialen Einflüsse im Kontext dieser Entscheidung idealtypisch herauszuarbeiten.

Dabei werden im Einleitungsteil die komplexen ethischen Problemfelder der Pränataldiagnostik und die Rolle der genetischen Beratung differenziert analysiert.

Im Diskussionsteil wird schließlich versucht, die gewonnenen Ergebnisse (sozial-)kritisch zu hinterfragen und damit einen Anstoß für den notwendigen gesamtgesellschaftlichen Diskurs über die normativen Kategorien im Zusammenhang mit Entscheidungsimperativen in der Pränataldiagnostik zu geben.