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Kakuschke, Antje: - Details

Home Fachgebiet Medizin, Tiermedizin, Biologie, Pharmazie, Psychologie

Kakuschke, Antje:
ISBN 3899595084

Einfluss von Metallen auf das Immunsystem von Meeressäugern # Pb., 224 S., 51 Abb., davon 15 in Farbe, 54 Tab.

SCHLAGWORTE:
Meeressäuger
Immunsystem
Schadstoffe
Schwermetalle
Nordsee
Seehund






Das Immunsystem der Meeressäuger der Nordsee ist ein sensibler Parameter zur Beurteilung von Veränderungen der Umwelt. Daher hat der Seehund (Phoca vitulina Linnaeus,1758) neben der Kegelrobbe (Halichoerus grypus Fabricius, 1791) und dem Schweinswal (Phocoena phocoena Linnaeus, 1758) eine wichtige Indikatorfunktion für die Qualität des Ökosystems Wattenmeer.

In der vorliegenden Studie wurden zelluläre und humorale Parameter des Immunsystems von frei lebenden Seehunden der deutschen und dänischen Nordseeküste, von zeitweise zur Rehabilitation in die Seehundstation Friedrichkoog aufgenommenen Heulern sowie von den in Dauerhaltung lebenden Stationstieren erhoben. Die zelluläre Immunreaktion wurde mittels eines Lymphozytentransformationstestes sowie einer Zytokinbestimmung mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) untersucht. Die Akute Phase Proteine Haptoglobin und C-reaktives Protein wurden als Parameter der humoralen Immunantwort ausgewählt. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie lag in der Bestimmung der Konzentrationen von Metallen und Halbmetallen (Al, As, Be, Ca, Cd, Co, Cr, Cu, Fe, K, Mn, Mo, Ni, Pb, Pd, Pt, Rb, Se, Sn, Sr, Ti, Zn) im Vollblut mittels röntgenfluoreszenz- und massenspektrometrischer Verfahren zur Einschätzung der aktuellen Belastung der Tiere. Aus beiden Schwerpunkten leitete sich schließlich die Frage nach dem Einfluss von Metallen auf das Immunsystem ab.

Die betrachteten Immunparameter zeigten bei der Mehrzahl der Robben eine potentiell gute Funktionalität, die jedoch durch die Einwirkung von Metallen deutlich beeinflusst wurde. Dabei konnten immunsuppressive und immunstimulierende Wirkungen auf zellulärer Ebene nachgewiesen werden. Die Lymphozyten der Heuler waren am stärksten gegenüber einer immunsuppressiven Wirkung von Metallen anfällig, wobei bei zunehmender Immunkompetenz auch diese Anfälligkeit gegenüber Schadstoffen abnahm. Zusätzlich wurde aber auch eine metallinduzierte erhöhte Lymphozytenproliferation bei mehreren Tieren festgestellt. Insbesondere die Metalle Ni, Mo, Ti, Cr und Al, welche bekannte Allergene im humanen Bereich sind, zeigten eine solche stimulierende Wirkung. Teilweise konnte eine für diese "Sensibilisierung vom verzögerten Typ" charakteristische Verschiebung der T-Lymphozyten-Subpopulationen gemessen werden. Zudem wurde eine Korrelation zwischen der metallspezifischen Lymphozytenproliferation und einer erhöhten Konzentration des entsprechenden Metalls im Blut gefunden. Generell waren die Konzentrationen vieler Metalle im Vollblut bei den Seehunden der Nordsee höher als die Normalwerte der Humanmedizin, wobei örtliche Unterschiede zwischen dem deutschen und dänischen Fanggebiet festgestellt wurden.

Zusammenfassend zeigten die Ergebnisse, dass bei Meeressäuger, die chronisch einer kontaminierten Umwelt ausgesetzt sind, Immunreaktionen gegenüber den Schadstoffen auftreten. Trotz der tendenziellen Abnahme der Metallbelastung der Nordsee, führt die Schadstoffbelastung zwar zu keiner akuten jedoch aber zu einer chronischen Beeinflussung des Immunsystems der Robben.




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