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Backmann, Tina:
ISBN 9783899599770
Slam in Frankreich. Eine neue kulturelle Bewegung und ihre Praxis # Pb., 148 S.
SCHLAGWORTE:
Slam
Poetry Slam
Slam Frankreich
Kulturelle Bewegung
Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist Slam, die Aufführungspraxis selbstgeschriebener Gedichte, in Frankreich in aller Munde. In allen großen Städten des Hexagons veranstalten Bars Slam-Abende, in Konzerthallen sind Slam-Performances zu erleben und in Schulen lehren geübte Slammer Grundschülern das Schreiben und Vortragen eigener Texte. Spätestens seit Grand Corps Malade, Gewinner des Victoire de la Musique 2007, erfährt Slam auch die Beachtung der breiten Öffentlichkeit.
Das Phänomen Slam hat zwei Seiten: Slam als kulturelle Bewegung auf der einen Seite und deren Praxis Slam andererseits. Als Schwerpunkt ordnet diese Arbeit systematisch die Praxis des französischen Slams in die lange Tradition der Formen mündlicher Dichtung ein, bis hin zu einem Definitionsversuch als eigenes Genre: Slam, ursprünglich aus den USA stammend, zeigt Parallelen mit der Oral Poetry der Beat-Generation, gliedert sich in die Bewegung des Spoken-Word ein, inspiriert sich in Frankreich aus dem französischen Rap, Chanson und Kabarett und lässt nur eine unscharfe Grenze zum Performance-Theater ziehen. Letztendlich ist französischer Slam jedoch deutlich als eigenes, neues Genre abzugrenzen.
Slam hat als kulturelle Bewegung auch eine soziale Funktion: Keineswegs einzuordnen als Gegenkultur versteht sie sich vielmehr als Gemeinschaft, die demokratisches Handeln übt. Slam holt Literatur aus ihrem akademischen Elfenbeinturm und macht aus ihr "Poesie der Straße". Mündliche Dichtung wird zum Vehikel der freien Meinungsäußerung für alle Bevölkerungsschichten.
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