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"Gott und der Teufel wetten um die Seele eines Punkers, der als herrenloser Pudel wiedergeboren wird. Die einzelnen Versuchungen nehmen die Gestalt von Polizisten, Bankdirektoren oder parfümierten Markenfetischisten an. Der Vater besucht überraschend seinen Sohn... im Sarg, und zwar in einem Zinksarg, der keine Zweifel am Zustand des alten Herrn zulässt. Der junge Kunsthistoriker Enirce schreibt eine Reportage über Leonardo da Vinci und trifft den Meister als Vampir in einer Höhle mit Malereien aus dem 16 Jh. Ein Klempner wird erschossen, weil ein Polizist eine Frau erstochen hatte, die ihren gewalttätigen Mann erschlagen hatte... Die Austauschbarkeit der Aktenkoffer führt zur Austauschbarkeit der Besitzer und somit zur Austauschbarkeit der Identitäten. Man muss aufpassen, wenn man sich im Park auf eine Bank setzt und versucht soziale Kontakte zu knüpfen, denn Charlie hat Harry erschossen und das Material ist immer noch nicht aufgetaucht....Müller träumt, dass Paul tot ist und ruft ihn an, um sein Beileid auszusprechen und während dieser ans Telefon eilt rutscht er aus und bricht sich das Genick... All diese blutrünstigen und paradoxen Geschichten stammen aus dem neuen Buch von Dieter Lohr: "Dreharbeit und andere Schlüsselszenen". Es ist ein Sammelsurium von Mord-anschlägen, Unfällen, Rachezügen, Blutlachen und versteckten Leichen. Nach der amüsanten Lektüre wischt man sich die Lachtränen aus den Augen, um sein Umfeld genau beobachten zu können. Man räumt wie nebenbei alle Küchenmesser und scharfen Gegenstände weg, Pudel und Aktenkoffer verlieren ihre bisherige Harmlosigkeit und thailändische Seifenopern gewinnen einen eigentümlichen Reiz. Die Erzählungen sind witzig und absurd, der Autor hat einen brisanten, manchmal etwas verschnörkelten Stil, er ruft die absonderlichsten Typen ins Leben, um sie ein paar Zeilen weiter kurzerhand in den komischsten Situationen zu töten. Bei manchen Geschichten kommt der unwillkürliche Gedanke, dass der Alltag doch nicht so langweilig ist und die Kehrwoche vielleicht nicht überflüssig. Empfehlenswert für Freunde, von Feinden fern zu halten."
Agnieszka Vojta in: WANDLER, Zeitschrift für Literatur, Nr. 28 - Sommer 2001
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